Koordinative Fähigkeiten
Koordinative Fähigkeiten sind das Fundament jeder sportlichen Bewegung. Sie entscheiden darüber, wie schnell und sicher Kinder neue Techniken erlernen. Im Skisport sind sie besonders wichtig, um Bewegungen präzise, kraftsparend und anpassungsfähig auszuführen.
Insgesamt gibt es sieben Koordinative Fähigkeiten, welche ich im Folgenden im Bezug zum Skisport genauer erkläre:
- Gleichgewichtsfähigkeit
- Differenzierungsfähigkeit
- Orientierungsfähigkeit
- Reaktionsfähigkeit
- Rhythmisierungsfähigkeit
- Umstellungsfähigkeit
- Kopplungsfähigkeit
Gleichgewichtsfähigkeit:
Die Gleichgewichtsfähigkeit ermöglicht den Körper auch in anspruchsvollen Situationen im Gleichgewichtszustand zu halten oder ihn baldmöglichst wieder zu erlangen. Im Skifahren ist diese Fähigkeit in jeder Übung enthalten. Doch die Fähigkeit ist auch spezifisch trainierbar, indem man z.B. versucht, nur mit einem Ski die Piste runterzufahren und sogar mit nur einem Ski den Bügellift zu nutzen.
Differenzierungsfähigkeit:
Mit der Differenzierungsfähigkeit, versucht man eine hohe Feinabstimmung der einzelnen Bewegungsphasen und Teilkörperbewegungen zu erreichen. Differenzieren bedeutet Unterscheiden. Man unterscheidet beispielsweise zwischen einem Schwung im Tiefschnee und einem Schwung auf einer präparierten Piste.
Orientierungsfähigkeit:
Die Orientierungsfähigkeit hilft bei der Bestimmung und zielangepassten Veränderung der eigenen Lage und der Bewegung in Bezug auf das Gelände, den anderen Skifahrern oder bestimmter Markierungen. Jeder motorische Lernprozess beginnt mit der Orientierung, denn sie ist die Grundlage für zielgerichtetes Handeln. Das fängt schon an, wenn ein Skifahrer die Breite der Piste einschätzen muss.
Reaktionsfähigkeit:
Die Reaktionsfähigkeit beschreibt das schnelle Reagieren auf einen äusseren Reiz. Sie ist die Voraussetzung, um Situationen möglichst schnell zu erkennen und sinnvolle Bewegungsantworten einzuleiten. Wenn ein Skifahrer auf einer stark befahrenen Piste fährt und unerwartet mit einem anderen Skifahrer kreuzt, muss schnell reagiert werden indem die Skifahrer ausweichen oder abbremsen. Nur so kann ein Zusammenstoss vermieden werden.
Rhythmisierungsfähigkeit:
Zur Rhythmisierungsfähigkeit gehört es einen Bewegungsablauf rhythmisch-dynamisch zu gestalten oder einen vorgegebenen Rhythmus aufzunehmen und umzusetzen. Beim Parallelschwung entsteht ein gleichmässiger Wechsel zwischen linker und rechter Kurve, ein Bewegungsfluss, der durch gezielte Rhythmus Schulung verbessert werden kann.
Umstellungsfähigkeit:
Sie beschreibt die Fähigkeit, eine bereits ausgeführte Handlung an plötzlich auftretende neue Situationen anzupassen oder sie durch eine andere, passende Handlung zu ersetzten. Sie steht in engem Zusammenhang mit der Reaktionsfähigkeit. Während die Reaktionsfähigkeit vor allem durch Schnelligkeit der Antwort auf einen äusseren Reiz geprägt ist, zielt die Umstellungsfähigkeit stärker auf das situationsgerechte und korrekte Anpassen einer laufenden Bewegung ab. Beim Slalom muss der Fahrer seine Umstellungsfähigkeit zeigen, wenn er während eines laufenden Schwungs erkennt, dass das nächste Tor enger gesetzt ist, und daraufhin seine geplante Linie sowie die Schwungtechnik spontan an die neue Situation anpasst.
Kopplungsfähigkeit:
Die Kopplungsfähigkeit im Skifahren beschreibt das abgestimmte Zusammenspiel von Bein-, Rumpf- und Armbewegungen, wodurch ein sauberer, kraftvoller und kontrollierter Schwung entsteht. Sie ist im Skifahren sehr wichtig, da nur durch dieses harmonische Zusammenspiel stabile Positionen, präzise Schwünge und effizienter Druckaufbau möglich sind. Fehlt die Kopplungsfähigkeit, wird das Fahren schnell unruhig, kraftaufwendig und weniger kontrolliert
Ein gezieltes Training dieser Fähigkeiten fördert die Bewegungssicherheit und erleichtert das Erlernen neuer Techniken. Durch spielerische, abwechslungsreiche Übungen lassen sich diese Fähigkeiten fördern.